Baubeginn der besonderen Art im Freibad über der Elz

Baubeginn der besonderen Art im Freibad über der Elz

Der offizielle Beginn der Bauarbeiten wurde am Montag im Freibad über der Elz eingeläutet. Statt eines Spatenstiches wurde symbolisch der Sprungturm „umgestürzt“.

Anstatt zu den Spaten zu greifen, versuchten am Montag die Emmendinger Stadträte, die Vertreter der Stadtwerke, Oberbürgermeister Stefan Schlatterer und die am Bau beteiligten Planer und Unternehmen, mit Hilfe eines starken Seils, den Sprungturm des Emmendinger Freibades umzureißen. Die ungewöhnliche Aktion des Bauherren – der Stadtwerke Emmendingen – läutete den offiziellen Baubeginn im Freibad über der Elz ein. Aus Sicherheitsgründen für alle Beteiligten und die Becken, die es in ihrer Form zu erhalten gilt, fiel der Turm jedoch nicht wirklich.

Gleich zu Beginn versicherte Stadtwerke-Chef Karl-Heinrich Jung: „Wir sind mit den Bauarbeiten voll im Zeitplan“. Sechs bis sieben Millionen Euro werden die Stadtwerke in den Umbau und in die Sanierung des Bades stecken. Eine Summe die für den Haushalt der Stadt Emmendingen nicht zu bewältigen gewesen wäre, wie Oberbürgermeister Stefan Schlatterer anmerkte.

Baubeginn der besonderen Art im Freibad über der Elz

Das 1938 eröffnete Bad war zuletzt 1985 saniert worden und erfreut sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit. Das hatten nicht zuletzt die Umfragen der Stadtwerke ergeben, die der großen Sanierung vorangegangen waren. Auch die 4,5 Millionen Besucher, die seit 1985 gezählt wurden, sprechen laut Schlatterer für „eine Riesenattraktion“ der Stadt, die in den Händen der Stadtwerke gut aufgehoben sei.

Spätestens im Juni 2018 wollen die Stadtwerke die ersten Badegäste im frisch sanierten Bad begrüßen. Bis dahin lässt sich der Baufortschritt über eine Webcam verfolgen.

„Schichtwechsel“ im Freibad über der Elz

„Schichtwechsel“ im Freibad: Nun haben die Planer und Architekten im Freibad das Sagen. Schon bald rollt der erste Bagger.

„Schichtwechsel“ im Freibad: Nun haben die Planer und Architekten im Freibad das Sagen. Schon bald rollt der erste Bagger.

Die Freibadsaison in Emmendingen ist seit letztem Sonntag beendet und die Vorbereitungsarbeiten zur großen Sanierung und Erweiterung des Bades sind in vollem Gange. Die letzte Sanierung liegt 32 Jahre zurück. Seither hatten über 4,5 Millionen Menschen das Freibad besucht.

Um 20:16 Uhr verließ am vergangen Sonntag der letzte Badegast das Freibad über der Elz. Er war einer von insgesamt 4.549.676 Badegästen die das Schwimmbad seit der letzten Sanierung im Jahr 1985 besucht hatten. Seither sind die Vorbereitungsarbeiten für die große Sanierung und Erweiterung des beliebten Freibades in vollem Gange. Obwohl der Badebetrieb in diesem Jahr frühzeitig beendet werden musste, ist die Arbeit für die Schwimmmeister Hartmut Bührer und Jörg Staiger sowie die Fachangestellte für Bäderbetriebe Jana Haas noch längst nicht getan. Winterfest gemacht werden muss das Bad in diesem Jahr zwar nicht, doch der Rat und die helfenden Hände der drei Experten sind in diesen Tagen besonders gefragt.

Während das Gebäude schon in vollem Gerüst steht, damit die Arbeiten zur Erneuerung des Daches und der darauf befestigten Absorbermatten bald starten können, feilen die Planer und Architekten derweil an den letzten Details des Bauvorhabens mit seinem ambitionierten Zeitplan. Zeitgleich beginnen die Schreiner mit dem Ausbau der denkmalgeschützten Umkleidekabinen zur aufwendigen Restauration. Den anlaufenden Abbrucharbeiten wird bald auch der alte Sprungturm zum Opfer fallen, bis dann bereits Ende September das erste Becken – das Nichtschwimmerbecken – mit Edelstahl ausgekleidet wird.

Spätestens im Juni nächsten Jahres soll das Freibad wieder eröffnen und zugleich den 80. Geburtstag feiern. Interessierte können hier den Baufortschritt über eine Webcam verfolgen. Neben dem Live-Blick auf die Baustelle steht dort ein Zeitraffer der Gesamtzeit sowie der jeweils letzten Woche bereit.

Verstärkung am Beckenrand: Praktikant aus Gambia im Freibad

Verstärkung am Beckenrand: Praktikant aus Gambia im Freibad über der Elz

Der 27-jährige Basira Cham aus Gambia unterstützt derzeit im Rahmen eines vierwöchigen Praktikums das Team im Freibad über der Elz. Für ihn Gelegenheit und Sprungbrett in ein neues Leben, für die Stadtwerke ein Ansatz zur Lösung von Personalproblemen im Bäderbetrieb.

Die Bäderbetriebe im ganzen Land leiden unter erheblichen Personalproblemen – mehrere hundert Stellen für Schwimmmeister, Fachangestellte oder auch Rettungsschwimmer sind unbesetzt. Nachwuchs gibt es auch kaum. Ein Problem dem sich auch die Stadtwerke stellen, um den sommerlichen Badespaß für Emmendingen weiterhin gewährleisten zu können. Aktuell beschäftigen die Stadtwerke, als Freibadbetreiber in Emmendingen, einen Praktikanten aus Gambia.

Basira Cham ist wie viele andere im letzten Jahr auf abenteuerlichen Wegen, über Italien nach Deutschland gekommen. Nach kurzem Aufenthalt in Karlsruhe, lebt er nun seit einem Jahr in Freiburg, absolviert Integrations- und Deutschkurse, spielt Fußball im Verein und versucht in seiner neuen Heimat Fuß zu fassen. Am liebsten mit Hilfe eines Berufs den er bereits in Gambia ausgeübt hat – als Rettungsschwimmer oder Schwimmmeister. Sieben Jahre Erfahrung bringt er bereits als Rettungsschwimmer und Bademeister aus einem Hotelbetrieb mit.

Nach einem Praktikum bei einem Hersteller für Tofuprodukte in Freiburg, bietet sich ihm nun, im Freibad über der Elz in Emmendingen, die erste Gelegenheit seinen Traumberuf auch in Deutschland auszuüben. Hier absolviert er ein vierwöchiges Praktikum, unterstützt das Freibad-Team, verbessert seine Deutschkenntnisse im Gespräch mit Kollegen und Badegästen und lernt die Voraussetzungen und Inhalte der Ausbildung zur Fachkraft kennen. Denn Schwimmmeister oder Fachangestellte für Bäderbetriebe, umgangssprachlich Bademeister genannt, pfeifen nicht nur vom Beckenrand springende Kinder zurück. Sie sind vor allem für Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im Schwimmbad, die Überwachung der Wasserqualität und die Wartung der technischen Anlagen zuständig.

„Die alleinige Aufsicht am Beckenrand ist selbstverständlich den Schwimmmeistern vorbehalten“, berichtet Schwimmmeister Jörg Staiger, „doch in allen anderen Bereichen unterstützt unser Praktikant uns tatkräftig“. Vor allem bei der allmorgendlichen Vorbereitung des Badetages, bei der Reinigung der Becken und Anlagen und bei der Wartung der Bädertechnik übernimmt er Verantwortung und ist den Schwimmmeistern eine willkommene und verlässliche Hilfe. Die Begeisterung für die Arbeit im Freibad merkt man Basira Cham sofort an. Auf dem Weg um die Becken schweift sein geschulter Blick aufmerksam über das türkis schimmernde Wasser und im Gespräch verrät er, dass seine ganze Aufmerksamkeit gerade dem Praktikum und dem Deutsch-Lernen gilt – sehr zum Verdruss der Teammitglieder im Fußballverein.

Ob für Basira Cham zunächst die Ausbildung zum Rettungsschwimmer in Frage kommt, ist noch von vielen Faktoren abhängig. Trotz Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen wurde Gambia zu einem sicheren Herkunftsland erklärt, die Anerkennung seines Asylantrags ist damit ungewiss. Auch müssen die Deutschkenntnisse noch verbessert werden, um die Prüfung erfolgreich meistern zu können. Schwimmmeister Jörg Staiger hofft, dass sein Praktikant über den Winter die Prüfung als Rettungsschwimmer ablegen kann und in der nächsten Saison wieder zur Unterstützung ins Freibad über der Elz kommt.

Ein Geflüchteter, mit in Deutschland anerkannter Rettungsschwimmer-Ausbildung, könnte darüber hinaus dazu beitragen, interkulturelle Konflikte im Schwimmbad schneller zu lösen. Zwar kam es im Emmendinger Freibad bisher weder zu nennenswerten Konflikten noch zu Übergriffen, doch sich dem Thema proaktiv zu nähern hält Björn Michel, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke Emmendingen und zuständig für den Freibadbetrieb, für den richtigen Weg. Bestärkt durch die durchweg positiven Reaktionen auf den Praktikanten von Stammgästen und Gelegenheitsbesuchern, die das Freibad-Team erhält. Auch Basira Cham fühlt sich im Freibad über der Elz sichtlich wohl. Alle sind freundlich und er kann sich einbringen, hat tolle Chefs und bereits viel gelernt – so sein Fazit nach der ersten Praktikumshälfte.

SWR Aktuell im Freibad über der Elz

In diesem Jahr ist es besonders auffällig: Personalmangel in Freibädern.

Kürzlich besuchte ein Team des SWR Fernsehens das Freibad über der Elz um mit Schwimmmeister Hartmut Bührer über seinen Traumberuf zu sprechen. Bührer war 19, als er im Jahr 1976 eine Ausbildung zum Schwimmmeistergehilfen begann. Seit mehr als 40 Jahren arbeit er nun im Emmendinger Freibad und sagt heute: „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“.

Doch viele Schwimmbäder öffnen dieses Jahr später oder bleiben ganz geschlossen. Der Grund dafür ist nicht etwa schlechtes Wetter, sondern es fehlt an Personal: Schwimmmeister oder Fachangestellte für Bäderbetriebe sind Mangelware. Hartmut Bührer wirbt für den Job am Beckenrand – schließlich arbeitet er, wo andere Urlaub machen.

(Quelle: SWR)

Saisonstart am 29. April mit freiem Eintritt

Schwimmen, planschen und entspannen: Ab 29. April bietet das Emmendinger Freibad über der Elz wieder Wasserspaß für Groß und Klein. Es startet die dritte Badesaison unter Regie der Stadtwerke Emmendingen und die letzte Badesaison vor der großen Sanierung.

Jahres- und Zehnerkarten sind bereits im Kundencenter der Stadtwerke, zu gewohnt günstigen Preisen erhältlich. Am ersten Badetag der Saison erhalten alle Gäste freien Eintritt.

Vorverkauf für Freibad-Jahreskarten startet am 6. Dezember

Vorverkauf für Freibad-Jahreskarten startet am 6. Dezember

Jahreskarten, Zehnerkarten und Geschenkgutscheine für die Badesaison 2017 sind ab 6. Dezember im Kundencenter der Stadtwerke erhältlich.

Am Dienstag, den 6. Dezember 2016, starten die Stadtwerke Emmendingen den Vorverkauf für die kommende Freibadsaison im Freibad über der Elz. Neben Jahres- und Zehnerkarten bieten die Stadtwerke auch hochwertige Geschenkgutscheine für alle Jahreskarten an.

Ein ideales Weihnachtsgeschenk für Familien, Kinder und Erwachsene. Den Gutschein gibt es kostenlos zum regulären Jahreskartenpreis. Die Eintrittspreise im Freibad über der Elz bleiben auch in der Badesaison 2017 unverändert günstig. Familien zahlen 90 Euro für eine Jahreskarte, Erwachsene 50 Euro, Kinder, Schüler und Studenten jeweils 30 Euro. Auch die beliebten Zehnerkarten können bereits im Vorverkauf erworben werden. Zehnmal Badespaß für Kinder, Schüler und Studenten kosten 15 Euro, Erwachsene zahlen 25 Euro.

Das Stadtwerke Kundencenter öffnet am 6. Dezember um 8:30 Uhr und ist bis 16:30 Uhr geöffnet (Mittagspause von 12 bis 13 Uhr). Bis zum Beginn der Badesaison müssen sich alle Wasserratten dann allerdings noch etwas gedulden. Diese beginnt aufgrund der geplanten Umbaumaßnahmen allerdings schon am 29. April 2017. Saisonende ist im nächsten Jahr am 27. August.

Zum Saisonende im Freibad über der Elz: Was bewegt die Bürger im Zuge der Freibadsanierung?

Beliebter als gedacht: Aufgrund der vielen Anfragen der Freibadbesucher und Bürger, prüfen die Stadtwerke erneut ob die beliebte Rutsche bei vertretbaren Kosten erhalten werden kann.

Nach einem ereignisreichen Jahr endet am 18. September 2016 die Badesaison im Freibad über der Elz. Zuvor geben die Stadtwerke den Emmendingern noch Antworten auf die Fragen, die im Zuge der Bürgerbefragung geäußert wurden.

Am 18. September endet die Badesaison 2016 im Freibad über der Elz und damit ein ereignisreiches Jahr für das Freibad, wenn auch ohne Rekordbesucherzahlen. Der Entscheid über die Zukunft des Bades hat die ganze Stadt bewegt. Die Beteiligung der Bürger war überwältigend und die Gespräche die die Stadtwerke-Mitarbeiter, allen voran die Schwimmmeister, mit den Bürgern geführt haben sind unzählbar. Dafür ein herzliches Dankeschön!

Mit der Abstimmung über die Sanierungsvariante – Bestandssanierung oder Attraktivitätssteigerung – haben die Stadtwerke auch viele Anmerkungen erreicht. Auf die Fragen und Erkenntnisse aus der Bürgerbefragung, soll an dieser Stelle eingegangen werden:

Warum werden die Becken mit Edelstahl ausgekleidet, statt mit Fliesen?

Nach jedem Winter, wenn das Freibad-Team die Becken wieder auf Vordermann bringt, müssen Fliesen aufgrund von Frostschäden ausgetauscht werden. Dies ist eine aufwendige und kostspielige Arbeit, denn die defekten Fliesen müssten erst einmal entdeckt werden. Auskleidungen aus Edelstahl sind im Vergleich wesentlich länger haltbar und mit geringeren Betriebs- und Wartungskosten verbunden. Außerdem haben, dank der homogenen und glatten Oberflächen, Bakterien oder Schmutz keinen Halt und alles bleibt hygienisch sauber.

Kann die derzeitige Rutsche erhalten werden?

Ursprünglich war im Sanierungskonzept vorgesehen die derzeitige Rutsche, aufgrund von diversen Mängeln und zu hoher Sanierungskosten, zu ersetzen. Mit zwei neuen Rutschen sollte das Rutschvergnügen noch besser auf alle Altersgruppen zugeschnitten werden. Aufgrund der vielen Anfragen der Freibadbesucher und Bürger, haben die Stadtwerke nun einen Gutachter zur erneuten Prüfung beauftragt. Dieser soll klären ob die beliebte Rutsche bei vertretbaren Kosten erhalten werden kann.

Warum wird das Schwimmerbecken erhöht?

Die Erhöhung des Schwimmerbeckens spart Kosten, Bauzeit und bringt Vorteile mit sich. Ohne Erhöhung müssten die Beckenwände etwa 70 cm für die neue Rinnentechnik abgebrochen werden, im flachen Bereich müssten Wände und Boden komplett abgebrochen werden, da durch die neue Edelstahlauskleidung etwa 20 cm an Höhe verloren gehen.

Durch die Beckenerhöhung vergrößert sich die Beckentiefe im Nichtschwimmerbereich von 90 auf 110 cm – dies kommt vor allem den „Frühschwimmern“ zugute, die volle 50-Meter-Bahnen schwimmen. Außerdem wird durch die Beckenerhöhung der Einstieg für Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung einfacher. So kommt man zum Beispiel aus dem Rollstuhl leichter auf den erhöhten Beckenrand und kann sich dann ins Wasser gleiten lassen.

Warum ist die Erweiterung in Richtung Tennisplatz und das Fällen der Bäume notwendig?

Zwei neue Becken für den Sprungturm und die Breitwellenrutsche bringen einen größeren Bedarf an Technik (Pumpen, Filter, Wassererwärmung usw.) mit sich. Um diese unterbringen zu können ist ein Anbau des Gebäudes in Richtung Tennisplatz alternativlos.

Für den notwendigen Anbau und die Verlegung der Zufahrt müssen mindestens zwei Bäume weichen. Die restliche Fläche soll zukünftig Liegefläche für „Sonnenanbeter“ werden. Die direkt daneben stehenden Rotbuchen, kommen dann besser zur Geltung.

Auch die Gewinner der drei Jahreskarten, die unter den Teilnehmern der Bürgerbefragung ausgeschrieben waren, wurden kürzlich gezogen. Die Gewinner wurden schriftlich benachrichtigt und können sich nun auf kostenlosen Badespaß ab Mai 2017 freuen.

Trotz besucherstarker Tage im August: Deutlich weniger Freibad-Besucher in 2016

Die Schwimmmeister Hartmut Bührer und Jörg Staiger, gemeinsam mit Björn Michel vor dem Sanierungsplan des Freibades. Der vom Gemeinderat abgelehnte Wellnessbereich sorgt auch heute noch für viel Gesprächsstoff im Bad.

Das zweite Jahr als Schwimmbadbetreiber war für die Stadtwerke Emmendingen vom Risikofaktor Wetter bestimmt. So blicken die Stadtwerke auf – im Vergleich zum Vorjahr – gesunkene Besucherzahlen. Dennoch ist das Freibad über der Elz bekannter und beliebter denn je: Die Sanierungspläne und die Bürgerbeteiligung war über Wochen das Stadtgespräch Nr. 1.

Der nass-kalte Juni, der unbeständige Juli und kalte Nächte im August sorgten in der Saison 2016 im Emmendinger Freibad über der Elz für weniger Besucher im Vergleich zum Vorjahr. Ein Defizit das auch bei zuletzt hochsommerlichen Temperaturen nicht aufzuholen war. Dabei strömten allein am letzten Augustwochenende etwa 12.000 Badegäste in das Familienbad mit nostalgischem Charakter.

„Insgesamt sind wir mit der zweiten Saison als Schwimmbadbetreiber zufrieden“, sagt Björn Michel, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke und zuständig für den Badbetrieb. Das Wetter sei selbstverständlich immer ein Risikofaktor für ein Freibad, doch besonders in diesem Jahr, in dem über die Zukunft des Bades entschieden wurde, habe sich gezeigt, dass das Freibad an mehr Faktoren als den Besucherzahlen gemessen werden sollte. So waren die Sanierungspläne für das Freibad von Mitte Mai bis Ende Juni Stadtgespräch Nr. 1. Eine breite Diskussion unter Bürgern, Gemeinderäten, den Badbetreibern und Medien hat gezeigt, welch hohen emotionalen Wert das Freibad über der Elz für die Emmendinger besitzt. Am Ende der Diskussion entschied der Emmendinger Gemeinderat für die umfassende Sanierung (unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes) und Erweiterung um zahlreiche von der Bevölkerung gewünschte Attraktionen. Nur beim gewünschten Wellnessbereich mit Strömungskanal wurde das deutliche Ergebnis der Bürgerbefragung ignoriert.

Am 18. September 2016 endet die Badesaison im Freibad über der Elz. Dann wird das Bad winterfest gemacht, um im Mai 2017 letztmalig im heutigen Zustand zu eröffnen. Bei den Stadtwerken läuft derweil bereits die Detailplanung für die Sanierung und Erweiterung – denn im September 2017 sollen die Bagger rollen. Bis dahin müssen Bauanträge genehmigt, Dienstleister beauftragt und alle Vorarbeiten erledigt sein. So zum Beispiel die Erweiterung des Geländes in Richtung Tennisplatz und das damit verbundene Fällen von vier Bäumen. Damit, so hofft Björn Michel, können die Stadtwerke noch in diesem Jahr starten.

Zuvor begrüßen die Stadtwerke am 1. September noch einen neuen Auszubildenden zum Fachangestellten für Bäderbetriebe, der das Freibad-Team künftig unterstützen wird.

Das Freibad über der Elz wird attraktiver – mit Einschränkungen

Attraktivitätssteigerung ja, Wellnessbereich nein – so entschied der Emmendinger Gemeinderat.

Attraktivitätssteigerung ja, Wellnessbereich nein – so entschied der Emmendinger Gemeinderat.

Das Emmendinger Freibad wird umfassend saniert, erweitert und um einige Attraktionen reicher – darauf einigte sich der Emmendinger Gemeinderat am vergangenen Dienstag. Das deutliche Ergebnis der von den Stadtwerken durchgeführten Bürgerbefragung wurde allerdings in Teilen ignoriert.

Das in die Jahre gekommene Freibad über der Elz wird nicht nur umfassend saniert, es wird auch um einige Attraktionen reicher. Der Emmendinger Gemeinderat entschied sich vergangen Dienstag, nach anfänglicher Diskussion und zwei Stimmgängen, für die leicht abgespeckte Variante der Attraktivitätssteigerung, die die Vorgaben „Charme des Familienbades erhalten“ und „weiteren Rückgang der Besucherzahlen verhindern“ zu erfüllen vermag. Die Mehrheit des Gemeinderates folgt damit weitgehend dem Ergebnis einer erneuten Bürgerbefragung der Stadtwerke Emmendingen, die das Freibad seit 2015 betreiben.

Die sogenannte Variante Attraktivitätssteigerung sieht neben der erforderlichen Sanierung der Technik und der Gebäude, unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, den Neubau eines gesonderten Springerbeckens samt Sprunganlage, sowie eine Breitwellenrutsche mit getrenntem Landebecken vor. Auch das Nichtschwimmerbecken wird um zusätzliche Attraktionen für Kinder ergänzt – Blubber, Schaukelbucht, Wasserschleier und Wassertunnel sorgen künftig für noch mehr Badespaß. Die Baukosten werden auf insgesamt 6,7 Millionen Euro geschätzt.

Keine Mehrheit fand der von den Bürgern gewünschte Wellnessbereich mit Strömungskanal, Sprudelliegen, Massagedüsen und Schwallduschen.

Keine Mehrheit im Gemeinderat fand der von den Bürgern gewünschte Wellnessbereich mit Strömungskanal, Sprudelliegen, Massagedüsen und Schwallduschen.

Keine Mehrheit im Gemeinderat fand der von den Bürgern ebenfalls geforderte Ruhe- und Wellnessbereich der mit Massagedüsen, Sprudelliegen, Schwallduschen und einem Strömungskanal das Freibad über der Elz deutlich vom Angebot der umliegenden Bäder abgehoben hätte. Stadtwerke-Chef Karl-Heinrich Jung bekräftigte nochmals, dass es nicht darum gehe, das beliebte Freibad zum Spaßbad umzurüsten, zumal die Möglichkeiten den Bürgerwünschen zu folgen, schon aus Platzgründen beschränkt sind. Jedoch besteht angesichts sinkender Besucherzahlen Handlungsbedarf: „Wir müssen an die Zukunft denken“. Doch im Gemeinderat gab es deutliche Widerstände. Kritische Stimmen sahen darin die Möglichkeiten der Schwimmer weiter einschränkt.

Eine erste Abstimmung für die Variante der Attraktivitätssteigerung ohne Abstriche, für die Oberbürgermeister Stefan Schlatterer plädierte, wurde mit elf Ja- und 13 Nein-Stimmen abgelehnt. Im zweiten Stimmgang – ohne den Wellnessbereich – wurden die Erweiterungspläne bei 13 Ja-Stimmen, vier Gegenstimmen und sieben Enthaltungen schließlich akzeptiert. Wahrlich keine Ruhmesstunde für den Emmendinger Gemeinderat der damit gleich zwei Bürgerbefragungen in Teilen ignoriert.

Lob erhielten die Stadtwerke (vor der Abstimmung der Gemeinderäte) für die breite Beteiligung der Bürger. In der zweiten von den Stadtwerken durchgeführten Befragung hatten sich die Bürger eindeutig für mehr Attraktivität ausgesprochen. Von knapp 1000 Teilnehmern wählten 86,3 Prozent die Variante Attraktivitätssteigerung. Nur 13,7 Prozent entschieden sich für die reine Bestandssanierung. „Ein eindeutiges Ergebnis“, so Karl-Heinrich Jung, der im Abstimmungsergebnis des Gemeinderates eine „verpasste Chance für Emmendingen“ sieht, sich durch ein attraktives Freibad abzuheben und wieder mehr Besucher anzuziehen.

Vorstellung der Sanierungspläne: Stadtwerke starten zweite Bürgerbefragung

Stadtwerke starten zweite Bürgerbefragung

30 Jahre nach der letzten Sanierung wollen die Stadtwerke Emmendingen das Freibad über der Elz den Wünschen der Besucher anpassen und bitten bis zum 19. Juni um die Meinung der Bürger. Die Sanierungspläne können ab sofort im Freibad und bei der Emmendinger Leistungsschau am 18. und 19. Juni 2016 besichtigt werden.

Als „frisch gebackener“ Schwimmbadbetreiber mit Sanierungsauftrag haben die Stadtwerke Emmendingen zum Ende der Badesaison 2015 die Meinung der Besucher in Erfahrung gebracht. In einer Kundenbefragung konnten die Besucher und alle interessierten Bürger ihre Erfahrungen und ihre Wünsche für die anstehende Sanierung des Emmendinger Freibades über der Elz äußern.

Über 1.000 Umfrage-Teilnehmer allen Alters, vom Gelegenheitsbesucher bis zum Stammgast, konnten die Stadtwerke verzeichnen. Auf deren Wunschliste standen ein separates Sprungbecken und modernere Sanitäranlagen, gefolgt von einem Becken für Schwimmer und einem Ruhebereich mit Massagedüsen. Doch vor allem bekam das Freibad beste Noten für seine Kinder- und Familienfreundlichkeit und das zuvorkommende Personal.

Aus den Ergebnissen der Befragung haben die Stadtwerke Emmendingen nun zwei Sanierungs-konzepte erarbeitet, die am 19. Mai von Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinrich Jung und den Schwimmmeistern im Freibad über der Elz vorgestellt wurden. Nach einem kurzen Abriss der Freibad-Historie – die letzte Sanierung fand im Jahr 1984 statt – stellte Jung die beiden Sanierungsvarianten im Detail vor.

„Den Charme des Familienbades erhalten und die Attraktivität steigern“

Bei der sogenannten Variante 0 handelt es sich um eine Bestandssanierung. Alle vorhandenen Becken bleiben in ihrer Form und Nutzung unverändert, werden jedoch grundlegend modernisiert und um barrierefreie Zugänge erweitert. Das Nichtschwimmerbecken erhält eine neue 3-fach-Rutsche und ersetzt damit die Bestehende, deren Zulassung durch den TÜV in einigen Jahren ausläuft. An der vorhandenen Gebäudehülle findet keine sichtbare Veränderung statt, auf dem Dach und im Inneren wird erneuert: Neue Absorbermatten auf dem Dach, neue Sanitäreinrichtungen mit Warmduschen und neue technische Anlagen (Pumpen, Gebläse, Kompressoren, Elektronik, Analytik, Desinfektion und Verrohrung). Die nostalgischen, jedoch vom Holzwurm befallenen Holzböden und Umkleidekabinen werden nach Vorgaben des Denkmalamtes nachgebaut.

„Die Variante 1 ist das Ergebnis mehrerer Abstimmungsrunden mit den Planern und Schwimmmeistern, sowie einer Besichtigungsrunde in einigen umliegenden Bädern“, berichtet Karl-Heinrich Jung über den Entwicklungsprozess der zweiten Variante. Die Vorgabe „den Charme des Familienbades zu erhalten und die Attraktivität zu steigern“ sei mit dieser Variante, mit vertretbaren Mehrkosten, gelungen.

In Variante 1 soll das Schwimmerbecken zu einem Mehrzweckbecken umgebaut werden, ergänzt um einen Wellnessbereich mit Massage-Düsen, Sprudelliegen, Schwallduschen sowie einem Strömungskanal. Für die Schwimmer sind vier 50-Meter- und drei 25-Meter-Bahnen vorgesehen. Das Nichtschwimmerbecken wird wie in der Variante 0 beschrieben saniert, soll aber zusätzliche Attraktionen für Kinder erhalten – Blubber, Schaukelbucht, Wasserschleier und Wassertunnel. Als zusätzliche Einrichtung ist die vielfach gewünschte Breitwellenrutsche mit getrenntem Landebecken geplant. Außerdem ein zusätzliches Springerbecken mit 1-Meter-Brett sowie 3- und 5-Meter-Plattform. Durch die Erweiterungen der Beckenlandschaft wird der Technik-Anbau ca. 50 m² größer, sonst gibt es am Gebäude keine Änderung gegenüber der Variante 0.

In beiden Varianten wird der komplette Bereich um die Becken, einschließlich der Grünanlage zwischen Gebäude und Gehweg, neu gestaltet. Vor dem Gebäude werden die Fahrradabstell-möglichkeiten erweitert.

Die Meinung der Badbesucher und Bürger ist gefragt

Der Beschluss zur Freibad-Sanierung soll am 28. Juni 2016 in öffentlicher Sitzung im Stadtrat gefasst werden. Zuvor bitten die Stadtwerke um die Meinung der Badbesucher und Bürger. Die Sanierungspläne können ab sofort im Freibad und am Stand der Stadtwerke bei der Emmendinger Leistungsschau am 18. und 19. Juni 2016 besichtigt werden. Teilnahmekarten für Lob, Anregungen und Kritik können vor Ort ausgefüllt werden. Unter allen Teilnehmern verlosen die Stadtwerke wieder drei Freibad-Jahreskarten.